Ein Artikel von Mag. Claudia Dieckmann innere Kraft

Was unterscheidet den „Tuer“ vom „Planer“?

Was veranlasst Menschen zu Höchstleistungen?

Was macht Menschen erfolgreich?

Was lässt Menschen in Krisen nicht aufgeben?

Was lässt Menschen wieder aufstehen, wenn das Leben sie niederwarf?

Was hat Nelson Mandela seine Pläne für die Freiheit nicht im Gefängnis beenden lassen?

Was hat den Dalai Lama freundlich lachend lebenslang seine Ziele verfolgen lassen?

Was hält Ausdauer und Durchhaltekraft in einem Menschen lebenslang aufrecht?

Was lässt Menschen Vergeben, Hoffen und Glauben,- auch in verzweifelten Situationen?

Es ist innere Kraft!

Was ist das Geheimnis der inneren Kraft?

Wie bekommt man sie?

Wie erhält man sie?

Warum hat der eine „innere Kraft“ und der andere bekommt sie nie?

Auf der Suche nach dem Thema „innere Kraft“ wird man erstaunlicherweise im Internet kaum fündig. Auf mich zurückgeworfen begann ich also die Suche im Innen:

a) Wie zeigt sie sich?

b) Könnte es sein, dass innere Kraft mit Macht zu tun hat?

c) Mir fällt auf, dass ein Teil der Menschen schwer in deren Macht zu bringen ist.

Bei anderen läuft dagegen alles, was mit innerer und äußerer Macht zu tun hat, aus dem Ruder – es gibt eindeutig immer mehr massiv narzisstische Menschen.

d) Innere Macht scheint mir stark mit Glauben in Verbindung zu stehen, also muss ich auch da tiefer hinschauen. Das Wort Glauben hat keine gute Bedeutung mehr und doch bestimmt unser Glaube unser Leben.

Ich meine und denke dabei nicht an den Glauben in Form von Religiosität, – der ist ja schon lange bei der Mehrzahl der Menschen abgestorben,-  sondern an die alltägliche Auswirkungen dessen, woran wir glauben.

Wir erwerben einen Glaubenssatz und der wird zum Gesetz. Ab sofort läuft unser Denken, Fühlen und Handeln danach und zwar in Form von Programmen, die nicht hinterfragt und folglich nicht geändert werden.

Viele Kranke haben gelernt, außenstehender Macht Verantwortung für das eigene Leben zu übertragen.

Wir entkräften damit mental und emotionell und hängen jenen, denen wir unsere Macht abgeben eine Lebensverantwortung um, die uns zustünde.

Wir werden schwächer und schwächer.

Viele scheinbar körperlich Gesunde übertragen ihre Lebens-Macht an die Marketingabteilungen von Firmen, an Gesetze, Lehrer, Partner, Chefs, Freunde, Gruppen, Vereine. Sogar Politikern wird Lebensmacht übertragen.

Das führt dazu, dass die innere Kraft der solcherart Betroffenen immer weniger wird. Was bleibt ist Wut, weil der Mächtige unsere Erwartungen nicht erfüllt hat.

Der Politiker hat nicht für Arbeit, Essen, Geld und Pension gesorgt und wird daher verfolgt mit Verachtung und Wut.

Wir neigen dazu, von der Welt zu erwarten, dass sie unseren immanenten Drang nach Selbstbestätigung und Ermächtigung befriedigt. Die Folge dieser Erwartung: Wir „richten uns nach dem Außen“. Wir wollen mittun dürfen, dabei sein, wollen schön oder zumindest „normal“ sein, wollen gelobt und geliebt werden, wollen entsprechen und dann wollen wir Macht. Schließlich haben wir uns die uns zustehende Macht hart durch unsere Ausbildungen, Kontakte und „dem System entsprechend“ erarbeitet. Macht wurde uns versprochen, wir meinen, sie steht uns zu, und werden böse, wenn das Außen uns die gebührende Macht nicht andient. Leider merken wir nicht, dass wirkliche Macht niemals vom Außen kommen kann. Sie muss im Innen heranwachsen und zeigt sich als innere Kraft in den Wechselfällen des Lebens.

Auf dem Weg zur Macht tun wir alles, was wir meinen tun zu müssen. Wir passen uns wenn nötig an, verhalten uns so, wie die Gesellschaft es erwartet. Das erhöht die Chance, Macht im Außen zu erhalten. Oft werden wir richtig aggressiv, weil wir meinen, „die Macht der Gesellschaft stehe uns jetzt zu und sie nicht zu bekommen sei nicht gerecht“. Oft leben wir Macht auf Kosten anderer.

Dementsprechend ist ja auch die Definition von Macht:

Es ist die Fähigkeit, etwas zu bewirken, oder die Gewalt, aufgrund einer Stellung (sozusagen „Kraft Amtes“) etwas zu bewirken, notfalls auch gegen den Willen der Betroffenen.

Diese Form der Macht ist natürlich verrufen.

Sie wird oft missbraucht und erzeugt Opfer. Das Ego,  das endlich am Ziel ist, will an den Topf und alles das aufholen, worauf es vermeintlich Anrecht hat und bisher verzichten musste.

Wenn Mensch Macht schmecken gelernt hat, will er/sie mehr, da Macht eine massive und starke Energie ist. Oft wird versucht, aggressiv mehr Macht zu erreichen.

Es gibt immer noch etwas, das man erreichen, dazugewinnen kann – zumeist auf Kosten anderer.

Irgendwann aber kommt jeder Mensch an die Grenzen seiner geliehenen Macht und findet sich in Unzufriedenheit oder Verzweiflung wieder. Nicht dünn genug, nicht schön genug, nicht gescheit genug, nicht Geld genug, nicht weit genug, nicht neu genug, nicht aktuell genug.

Erkenne: Unsere Lebensmacht aus der Macht im Außen zu ziehen, macht uns abhängig und schwächt uns!

Ein anderer Weg, uns zu erhöhen, besteht darin, Trost in anderen Welten zu finden, uns an religiösen oder spirituellen Konzepten festzuhalten, die uns anderen gegenüber Macht zugestehen.

Wir kompensieren aber auch dann unsere Schwäche durch Feinde, die wir im Außen haben und die wir verfolgen dürfen, weil sie „anders“, „schlechter“, sind.

Zusammengefasst:

Der Schwache erfindet Machtressourcen, er muss äußere Macht üben und ausleben.

Er tut das immer: Auch als Opfer, als Wütender, als Negativdenker, der alle damit belastet und schwächt, als ständig Angst habender oder als ständig Hilfloser.

Nietzsche nannte das sehr passend die „Sklavenmoral“.

So ein Verhalten ist neurotisch, aber häufig.

An jeder Ecke haben wir Beispiele dafür, wo das endet oder enden kann – siehe Depression und Burn Out, Betrug, Narzissmus, Gewalt, Totschlag, unglückliche Beziehungen, Egozentrik.

Denken wir also besser die gesunde Variante von Macht an:

Wir sind stark genug, uns nicht an die Regeln der Gesellschaft zu verkaufen.

Wir haben genug innere Kraft und Macht, gegen den Strom Ziele zu erreichen und Neues zu manifestieren (siehe z.B. Heini Staudinger- Waldviertler Schuhe, Claudia Dieckmann – Energiearbeit und Pranic Healing in Österreich vor 20 Jahren, Jana Thann, die kreativ stets Neues erschafft und als Selbständige auf sich selbst angewiesen ist, und viele andere erfolgreiche Persönlichkeiten!).

Die anderen, die Masse, wird dann irgendwann auf diesen Zug aufspringen, oder auch nicht.

Echte innere Kraft ist ein Geisteszustand, der dadurch entsteht, dass wir den Drang oder Willen zur Macht in unser Inneres richten.

Wir wünschen uns nicht mehr, in der äußeren Welt zu gewinnen, sondern wollen uns weiterentwickeln, den Jetzt-Zustand unseres Seins überwinden, unser Bewusstsein erweitern, transformieren, würden Yogis sagen.

Das ist es, was sich Nietzsche und Master Choa Kok Sui und viele andere Lehrer und Philosophen unter dem ‚Übermenschen‘ vorgestellt haben.

Die menschliche Psyche beginnt eine Kraft zu entwickeln, die ihre eigenen Begrenzungen zunächst als solche wahrnimmt und sie dann in einem weiteren Schritt überwindet.

Zuerst fällt die Abhängigkeit von falscher externer Macht weg.

Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine innere Ausdehnung anstelle der äußerlichen, stets mit Kampf und Konflikt einhergehenden.

Auf diesem Weg der inneren Kraft gibt es zweifelsohne auch Kämpfe und Konflikte.

Es handelt sich um innere Konflikte – mit der „eigenen niederen Natur“, wie die Lehrer das nennen. Der Fortschritt hängt von der Transformation der eignen inneren Natur ab.

Im Außen wird das als Veränderung wahrgenommen, ist aber nicht messbar und wird für das Außen oft nicht verstehbar sein. Oft trifft der sich entwickelnde Mensch auf teils heftige Ablehnung von denjenigen, die sich nicht ändern, nicht transformieren wollen.

Diese Kräfte wollen den, der sich bewegt und entwickelt, an seinem gesellschaftlichen Platz halten.

Versuchen wir also, „innere Kraft“ zu definieren, müssen wir uns vergleichsweise die Muskeln des Körpers anschauen.

Werden diese nicht trainiert, nicht mit Widerstand konfrontiert, werden sie schlaff.

Im Notfall beziehungsweise im Fall des Gebrauches werden sie nichts tragen und aushalten können.

Der Mensch kann sich dann nicht auf den Körper, der zweifelsohne zu großen Leistungen befähigt ist, verlassen.

Umgelegt auf unser Thema kann Mensch sich nicht auf seine innere Kraft verlassen.

Alles und alle werden den Gang der Dinge, das Denken, Fühlen, Wollen und Tun des Betreffenden beeinflussen.

Ziele sind nur in Umrissen vorhanden und werden nicht mit Konstanz von Ziel und Bemühung verfolgt, denn dazu bräuchte man ja „innere Kraft“, sie werden daher auch nicht erreicht oder manifestiert.

Herausforderungen (=Prüfungen) werden nicht bestanden.

Der Geforderte wird als Loser (Verlierer) Herausforderungen abbrechen oder nicht bestehen.

Folglich:

Nur der Trainierte erstarkt mental und emotional und geht weiser und besser aus den Herausforderungen des Lebens hervor als er hineinkam!

Die Gedankenformen des Schwachen sind viele und von schwacher Energie und manifestieren sich folglich auch nicht, weil deren Kraft nicht ausreicht.

Der Betroffene „schläft eine Inkarnation mehr durch“- in der Frequenz der Bewusstlosigkeit der Massen.

Gedankenformen eines Meisters sind gezielt und bewusst erschaffen, zielorientiert und mächtig und unterstützen die rasche Manifestation des Gewünschten.

Auf den Alltag umgelegt und praktisch bedeutet das:

Bedanke Dich bei all Deinen Trainern, die scheinbar der raschen Zielerreichung im Weg stehen!

Bedanke Dich bei Deinen Herausforderern!

Bedanke Dich bei jenen, die „nicht lieb“ waren und bei jenen, die Dich diesen Trainern ausgesetzt haben!

Bedanke Dich bei all jenen, die Dich bewusst gemacht haben und – das tut oft sehr weh! Das Ego wünscht genährt zu werden und mag es gar nicht, wenn es gestutzt wird.

Bedanke Dich bei denen, die Dich aus der Komfortzone geholt haben!

Bedanke Dich bei jenen, die Dich konfrontiert haben mit einer anderen Sicht, die Dein Bewusstsein weiter gemacht hat!

Bedanke Dich am meisten bei Deinem Leben und all den wechselnden Situationen, die Dich demütig gemacht und auf Grenzen hingewiesen haben!

Sie haben Dir klar gemacht, dass nicht Dein Verstand und nicht die Emotionen die Welt regieren, auch nicht Deine eigene!

Alles das und alle „Schicksalsschläge“geben Dir die Chance, zu erwachen und in Deine innere Kraft zu wachsen.

Nutze sie!

Dort entlang geht der Übungsweg in Deine innere Kraft!

Sei still!

Sei bewusst!