Master Choa Kok Sui

Happy Birthday Master!

Masters Geburtstag 2016 kommt.
Es mehren sich seine Fotos in den Social media und ich bin wie jedes Jahr konfrontiert damit, dass die Absolventen nicht, aber auch gar nicht meinen Erwartungen der Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer entsprechen.
Wie jedes Jahr werde ich zu diesem Tag sehr nachdenklich.
Es ist ein Jahr, in dem ihm seine Ehefrau nachgefolgt ist. Sie war seine Frau fürs Grobe und kam immer ins Spiel, wenn der Ashram fertig werden sollte oder wenn es zu möglichen Gerichtsverhandlungen kam und fachliche Vorbereitungen erstellt werden mussten. Ich höre ihn sagen: „Wenn Du etwas erledigt haben willst, sag es einer Frau. Wenn Du Philosophien hören willst, sag es einem Mann.“ Master war ein Mann der Tat. Ja, er war auch ein Mann des Wortes. Wort und Tat stimmten bei diesem Mann zusammen. Soweit ich das prüfen konnte.
Zu seinem Geburtstag und seinem Todestag fehlt er mir schmerzhafter als im normalen Alltag.
Durch seinen Tod kam der Tod ganz nahe an mich heran. Viele Menschen sind seither gegangen, auch meine Eltern, auch seine Frau oder Lebenspartnerin, wie immer man ihre Position in seinem Leben nennen will. Der Todeskampf und die Erkenntnis und Annahme dessen, dass es „jetzt“ für dieses Leben zu Ende geht, macht mich trotz all der Trainings atemlos, hilflos und erfüllt mich mit tiefem Schmerz. Beim Leiden dabei sein und still bleiben, ist noch immer nicht meines.
Der Mensch Master hat gelitten und er hat sich, „nicht heilen können“, wie alle die fragenden Absolventenstimmen immer wieder in meine Wunden stechen.
Vielleicht hat er sich nicht heilen können, vielleicht hat er sich gar nicht heilen wollen, schreit es in mir.
Er hatte Schmerzen an Körper, Geist und Seele und nach denen fragt wie immer niemand.
Alles Elend hatte er hinter verschlossenen Türen. Nur wenige hat es interessiert; die meisten waren am funktionierenden Meister interessiert, „wenn sie schon einmal kommen“, dann sollte alles ihrem Ego gemäß funktionieren, auch ER.
Er hat bis zum Schluss deren Erwartungen erfüllt.
Noch immer kochen mir angesichts dessen die Emotionen hoch, es tut mir wirklich leid, Master!
Wir, seine Schüler, erlebten sein Leiden maximal peripher. Wir waren nicht dauernd um ihn und waren „nicht autorisiert“, wie ich das nennen würde.
Auserwählte, unter denen auch diese Seele war, konnten an seiner Stimme und deren Ton und Klang erkennen, dass es JETZT WIRKLICH ernst war.
Bis dahin hatten wir uns immer darüber retten können, weil ja alles scheinbar unverändert weiterlief. Er war da. Das war für uns wichtig.

Nun aber war er eines Tages nicht mehr da.
Wir alle waren da, aber der Meister kam nicht mehr.
Ich werde nie meine zitternden Beine vergessen, als ich ihn weinend am Telefon anflehte:
„Master! Master please stay with us, please Master become healty again, we need you, we love you!“
Ein schwaches „slowly slowly“ folgte und Punkt. Mehr war da nicht.

In der Folge verlor durch das anhaltende Todestraining, dem ich unterzogen wurde und die Akzeptanz dessen, dass der Tod Teil meines Lebens wurde, der Tod seinen Stachel.
Seit Masters Samadhi gibt es, was meinen eigenen zukünftigen Tod betrifft, eine gewisse Hoffnung. Es ist die Hoffnung, ihn bald wiederzusehen, ihn „wieder zu haben“, ihn wieder mehr als jetzt wahrzunehmen und vielleicht sogar wieder mit ihm sitzen zu können, so wie wir damals die Gnade hatten, als er uns im Körper als seine Schüler anerkannte, nur – HOFFENTLICH- um einiges bewusster als damals.

Die Yogaklasse zu seinem Geburtstag macht seine Energie und seine Nähe schmerzhaft klar.
Sie stellt mich immer wieder und jedes Jahr vor mancherlei Herausforderungen.
Es ist soviel zu sagen in so kurzer Zeit und die Menschen sind randvoll mit Konzepten, Gedanken und Schmerz. Man sollte ihnen Stille verordnen, ehe man dieses Wissen weitergibt, geht mir durch den Kopf.

So bitte ich Master Choa Kok Sui um seinen Beistand, auch wenn er mir weh tut, in dem Wissen, dass das nur der Schmerzkörper ist und nicht ich, die Seele. So bitte ich Master Choa Kok Sui um Führung und Hilfe und erbitte das rechte Wort und die rechte Liebe.
Atma Namaste, Master!
We are one, Master!
Atma Namaste, Master!
Thank you for blessing us with the power to spread your teachings!

Ein Artikel von Mag. Claudia Dieckmann