Erleuchtung

Ein Artikel von Jana Thann Erleuchtung - ein Artikel von Jana Thann

Die verschiedenen Wege zur Erleuchtung mögen dem linearen Verstand als unterschiedlich erscheinen:

  • Jnana Yoga, der Weg des Verstandes oder konkreten Denkvermögens,
  • Bhakti Yoga, der Weg der Hingabe und der Liebe,
  • Raja Yoga, der direkte Weg, der zur Einheit führt,
  • Hatha Yoga, der Weg über den Körper,
  • Hrani Yoga, der Weg über jenes, das wir dem Körper zuführen (Nahrung, usw.).

Tatsächlich aber haben alle diese Wege nur ein Ziel: den spirituellen Sucher, Lebensschüler oder Aspiranten in den Zustand der Erkenntnis, der Erleuchtung zu bringen, in dem er die Einheit, das Einssein, die unendliche Weite und Größe und das alles Umfassende, alles Einschließende, alles Enthaltende erkennt. Zu Beginn versucht der Aspirant durch den linearen Verstand zu begreifen, was durch den linearen Verstand nicht zu erfassen ist, nämlich dass alles Eins ist, dass alles enthalten ist, dass die Antworten schon lange vor der Frage da sind. Das konkrete Denkvermögen und die Methoden der Erkenntnis, die über den Verstand erlernt werden können, sind nur Hilfsmittel, derer sich der spirituelle Lehrer bedient. So wie der Schmied immer und immer wieder mit dem Hammer auf das glühende Eisen schlagen muss, bis es in der gewünschten Form ist, ebenso gibt der spirituelle Lehrer eine Technik oder Methode, die den Schüler solange beschlägt, bis er in der gewünschten Form ist, nämlich dem Zustand der Erkenntnis.

Was ist der schnellste Weg, um Erleuchtung zu erlangen?

Für jeden ein anderer, je nach Persönlichkeit, die der Filter ist, durch den der Betreffende wahrnimmt.

Um das zu verstehen, müssen wir weiter ausholen und an dieser Stelle sagen, was vielleicht an den Anfang gehört hätte, aber jetzt, da es an dieser Stelle steht, wird es auch gut sein:

Was ist der Mensch? Was sind wir? Was ist alles andere? Was ist die Schöpfung? Woher, wohin und vor allem warum?

Die erste Ursache der Schöpfung kann weder in Worte gefasst noch vom Verstand erfasst werden, es ist daher müßig darüber zu sprechen. Nicht weil es der Erleuchtete nicht erfassen könnte, sondern weil es dem irdischen Verstehen nicht fassbar ist. Das ist der Grund, warum alle Großen, alle heiligen Schriften, alle Propheten und Meister, alle spirituellen Lehrer, Heiligen und Erleuchteten, Prediger und geistigen Führer sagen, es hat keinen Namen, es kann nicht ausgesprochen werden oder es bekommt Synonyme wie Om, So Ham, JHWE, Tao oder Absolutes Nichts, usw. Wir können den Anfang daher getrost auslassen, weil er – wie eine fremde Sprache – ohnedies nicht fassbar ist. Für uns ist der Anfang das Fassbare: eine schöpfende Kraft, die sich wie ein Kaleidoskop durch und aus sich selbst heraus fortlaufend erschafft, erneuert, bewegt.

Diese Selbstverwirklichung wird oftmals bezeichnet als

  1. göttliche (= diese schöpfende Kraft) Liebe, Einssein, alles einschließend, alles um- und erfassend, alles enthaltend
  2. göttliche Macht, die göttliche Kraft und der göttlich Wille, sozusagen der Bewegungsimpuls zu schöpfen, zu erschaffen sowie
  3. göttliche Intelligenz, die nichts Vergleichbares zur sterilen, linearen Intelligenz des Verstandes ist, sondern vielmehr die zugrundeliegende, verstehende Ordnung ist, aus der oder auf der die Schöpfung beruht.

Die Liebe ist mit dem Raum vergleichbar, der gegeben wird, um zu schöpfen, zu erschaffen. Der Machtaspekt ist vergleichbar mit der Bewegung, der bewegenden Kraft und dem Willen zur Bewegung und die göttliche Weisheit ist vergleichbar mit dem, was den Raum füllt, die Luft oder die Antimaterie oder der Äther, jenes, das ihr die Ausrichtung gibt. Es wird auch planbeseelt, das bedeutet schöpferisch – Schöpfung, die nicht ins Chaos stürzt, sondern in Ordnung ist, gut ist, – oder das ordnende Prinzip oder das ordnende Feld genannt.

Die gesamte Schöpfung ist daher nichts anderes als, vereinfacht ausgedrückt, die Verwirklichung göttlicher Liebe, göttlicher Macht und göttlicher Weisheit oder Ordnung. Für den Menschen als Teil der Schöpfung gilt das ebenso; ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, ändert die Tatsachen nicht, es ändert nur seine eigene Wahrnehmung.

Das ist vergleichbar dem Tropfen im Meer: ob sich der Tropfen dessen bewusst ist, dass er ein Teil des Meeres ist oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass er ein Teil des Meeres ist und dass eine große Zahl seinesgleichen erst das Meer bilden. Wenn nur ein Tropfen im Meer das Bewusstsein hat, dass er Teil eines viel größeren, unvorstellbar großen Ganzen ist, obwohl er sich als nur ein Tropfen fühlt, dann ändert das nicht das Bewusstsein des ganzen Meeres im Sinne aller Tropfen, aber es verändert das Bewusstsein des großen Ganzen im Verhältnis von 1/1hoch728 stel. So führt jeder einzelne Tropfen, der das Bewusstsein über das große Ganze in sich hat, zu einer Veränderung des Bewusstseins des ganzen Meeres und mit jedem Tropfen mehr, der dieses Bewusstsein in sich entwickelt, entwickelt sich auch das Meer als Ganzes zu immer neu erschaffendem, neu entstehendem Bewusstsein, Erkenntnis, Sein. Diese aus sich selbst heraus entstehende Ausrichtung auf das stete Erkennen, auf das Bewusstsein des Einsseins ist das Leben selbst, ist die Bewegung in der Schöpfung, ist das, das dazu führt, dass das Meer lebt! Würde kein Tropfen mehr nach der Erkenntnis, nach dem Bewusstsein des großen Ganzen streben, würde das Meer als Ganzes sterben, nur mehr die Einzeltropfen existierten und auch deren Existenz wäre bald zu Ende und damit die gesamte Schöpfung. Durch ihr stetes Streben nach Erweiterung des Bewusstseins, nach dem über die eigenen Grenzen Hinausgehen, entsteht erst die Bewegung, das Leben in der Schöpfung. Alles andere wäre Stillstand. Und Stillstand ist Tod. Nicht nur der Tod des physischen Körpers! Stillstand ist Tod in Allem! Sobald die Schöpfung auch nur für einen Augenblick stillsteht, ist sie tot, endet sie. Es kann keinen Stillstand geben, solange es Leben gibt. Leben ist Bewegung. Der Mensch als Tropfen im Meer des großen Ganzen kann nun ebenso über seine Grenzen des Bewusstseins hinausgehen und zur Erkenntnis des Einsseins gelangen oder auch nicht. Solange die Schöpfung existiert, ist sie auf Leben = Bewegung, Erschaffen ausgerichtet und der einzelne Mensch, der möglicherweise nicht nach Bewusstsein oder Bewusstseinserweiterung, Erkenntnis strebt, ändert nichts an der Realität, an den Tatsachen. Leben ist Bewegung, Leben ist stetes über die Grenzen Gehen, Wachstum ist Leben, ist stetes über sich Hinausgehen, in Neues Wachsen. Der Mensch und alles was ist, ist vereinfacht ausgedrückt nichts anderes, als die Manifestation göttlicher Liebe, göttlicher Macht und göttlicher Weisheit, zusammengefasst göttliche Schöpfung. Einzig das Bewusstsein macht den Unterschied. Alles ist gut, jeder einzelne Tropfen im Meer kann ein stiller, regloser Tropfen im Meer sein, der sich von der Masse bewegen lässt, ohne sich irgendetwas bewusst zu sein, oder er kann ein wenig aktiv, bewusst mitwirken und sich z.B. nicht nur treiben lassen, sondern selbst ein bisschen Wellen spielen, oder er kann sich ganz hingeben und erfahren, dass er das Meer ist, mit all seinen Tiefen, Höhen, Freuden und Leiden, seinem Licht und seiner Dunkelheit, er ist Alles, das ganze Meer ist in ihm, nicht er ist im Meer, er ist Eins.

Die Persönlichkeit ist die Form des einzelnen Tropfens, ist jenes, das den Tropfen glauben lässt, er sei etwas Getrenntes, etwas anderes als alle anderen Tropfen. Es gibt unendlich viele Tropfenformen, keine Tropfenform kommt zweimal vor. Und dennoch sind alle Tropfen Teil des großen Ganzen. Die Persönlichkeit, die Triebe, Emotionen, Gedanken, der Körper, sind nur ein kleineres Bewusstsein, manchmal wird das auch niederes Bewusstsein genannt. Alle Bewusstseinsebenen können gleichzeitig bestehen, nur dass die höheren Ebenen die niedrigeren immer miteinschließen, umfassender sind, bis hin zum höchsten Bewusstseinszustand, des Einsseins mit allem, des alles umfassenden Bewusstseins. Jemand kann im erleuchteten Zustand sein und gleichzeitig zeigen sich weiterhin seine Persönlichkeitsmerkmale, seine „niedere“ Natur ist nicht aufgelöst, nur weil er einen höheren Zustand des Bewusstseins erfahren hat, der möglicherweise nicht dauerhaft, sondern nur vorübergehend ist. Das bedeutet, dass Bewusstsein und Persönlichkeit zwei grundlegend verschiedene Aspekte des Seins sind, die gleichzeitig bestehen. Die Persönlichkeit kann durchzogen oder erfüllt sein von Mustern, Prägungen, Programmen, Konditionierungen, Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen, Erwartungen, Vorlieben und Abneigungen, während es gleichzeitig das Bewusstsein des Einsseins, des Allesumfassenden gibt. Sehr vieles erscheint mit dem sterilen Verstand paradox, weil es mit dem linearen Denkvermögen nicht erfassbar ist. Das ist die Illusion des Verstandes, dass er zum jeweils gegenwärtigen Zeitpunkt die volle Erkenntnis hätte. Das ist wie ein Kind, das glaubt, die Realität sei so, wie das Kind sie sieht, und daher die Augen schließt und denkt, es wird nicht gesehen, weil es selbst nichts mehr sieht. Ebenso denkt der Verstand, dass die Realität so sei, wie er sie wahrnimmt, tatsächlich nimmt der Verstand jedoch nur Fragmente der Realität wahr und behauptet jetzt vehement, dass nicht sein kann, was er nicht wahrnimmt oder was nicht seinen Regeln entspricht, die zum Teil völlig irrational und realitätsfremd sind. Das Kind versteht nicht, dass es trotz verschlossener Augen gesehen wurde, und beharrt darauf, unsichtbar zu sein, und dass der andere nur unfair gespielt habe, es glaubt nicht, dass die Realität anders sein könnte, als es sie selbst wahrnimmt. Das ist unter anderem das Dilemma der Wissenschaft mit allen geistigen Themen, weil geistige Themen einfach nicht mit dem sterilen Verstand wahrnehmbar sind, leugnet die Wissenschaft einfach das Vorhandensein einer schöpfenden Kraft und beharrt wie ein kleines, trotziges Kind darauf, dass es nicht geben kann, was es nicht sieht.

Jene, die nach Erleuchtung streben, trainieren ihr Bewusstsein, sodass sie sich immer öfter, immer länger und immer umfassender des Einsseins mit allem bewusst werden. Das verändert jedoch nicht die gesamte Persönlichkeit, es wechselwirkt selbstverständlich und wird Änderungen in der Persönlichkeit bewirken, wie alles wechselwirkt, weil alles mit allem verbunden ist. Deshalb gibt es auch so zahlreiche verschiedene Wege zur Entwicklung des Bewusstseins, alles hat Einfluss darauf: was wir essen, wie und ob wir uns bewegen, was wir denken, fühlen und tun.

Ebenso wechselwirkt umgekehrt die Persönlichkeit, die Summe der Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Muster, Prägungen, Programme und Konditionierungen mit der Fähigkeit, das Bewusstsein zu entwickeln und zu erweitern. Blockierende, hemmende, erniedrigende Einstellungen oder Verhaltensweisen und Gedanken werden die Erweiterung des Bewusstseins erschweren, verhindern oder sabotieren, während förderliche Gefühle, Prägungen oder Erfahrungen die Entwicklung des Bewusstseins unterstützen, beschleunigen und erleichtern werden.

Wenn jemand beispielsweise ein Mensch ist, der eher der ängstliche, archaische Fluchttyp ist, wird sein Denken, Fühlen und Handeln stets unbewusst eher negativ, klein, eng und ablehnend ausgerichtet sein, er wird aktiv an seinem Bewusstsein arbeiten müssen, um immer wieder in einem positiven Welt- und Selbstbild zu bleiben, weil ihn diese Grundeinstellung immer wieder auf das Negative, die Gefahren des Lebens ausrichten lässt. Er wird sagen „positives Denken ist anstrengend, man muss ununterbrochen daran arbeiten und kaum ist man unachtsam, ist man schon wieder in negative Gedanken, Gefühle oder Depression gesunken“. Hingegen wird ein archaischer Kampftyp, ein Draufgänger oder Furchtloser eher sagen, „das Leben ist ein Spiel und ich will es in vollen Zügen genießen“, er muss sich nicht um positives Denken oder Fühlen bemühen, es ist ihm scheinbar in die Wiege gelegt. Aber er hat andere Herausforderungen in seinem Prozess der Bewusstseinsentwicklung: er kann z.B. dazu neigen, gar nicht nach erweitertem Bewusstsein zu streben, weil er wesentlich weniger Leidensdruck hat und daher keine Notwendigkeit, nach etwas zu suchen oder zu streben. Er kann sehr oberflächlich bleiben und wenig hinterfragen und damit ein Leben mit relativ wenig Entwicklung des Bewusstseins verbringen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Erleuchteten und einem Heiligen?

Der Heilige hat die niedere Natur gezähmt, es herrscht die Seele, das Licht in seinem Sein, nicht mehr die körperlichen Begierden, unkontrollierten Emotionen und exzessives Denken. Der Heilige ist ausschließlich wohlwollend ausgerichtet und sein Bewusstsein ist erweitert zu Einssein. Der Heilige ist in der Regel auch erleuchtet.

Der Erleuchtete hingegen, hat sein Bewusstsein erweitert, hat eine Wahrnehmung erlangt, die größer ist als sein kleines Sein. Wenn er aber nicht ausreichend seine Schwächen und niederen Triebe überwunden hat, werden die negativen Energiequalitäten in seinem Sein, wie z.B. Gier, Neid, Eifersucht, Ungeduld, Intoleranz, Aggression und Ärger erheblich verstärkt und der Betreffende kann trotz seines erweiterten Bewusstseinszustandes ein „Ungeheuer“ sein.

Der erweiterte Bewusstseinzustand macht keinen Heiligen aus dem Erleuchteten, sondern verleiht ihm nur mehr Macht, die konstruktiv oder destruktiv genutzt werden kann. Die meisten Erleuchteten nutzen die Kraft konstruktiv und geben ihre Erkenntnisse an Interessierte weiter, auch wenn sie die Notwendigkeit der Charakterbildung, der Gewissenserforschung und der Bändigung der niederen Natur nicht ausreichend betonen, ist ihre Ausrichtung in der Regel wohlwollend.

Das überwiegende Vorhandensein positiver oder negativer Energiequalitäten entscheidet darüber, ob jemand ein Heiliger oder ein “Bösewicht” ist oder wird. Der Heilige hat sich weitestgehend von niederen Qualitäten gereinigt, wohingegen der „Bösewicht“ weitestgehend keinerlei innere Reinigung praktiziert, sondern sich ganz den Trieben und Schwächen der niederen Natur hingibt.

Der Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Erleuchteten ist die Qualität der Handlungen, Gefühle und Gedanken und die Bändigung, Zähmung der niederen Natur.

Die Kundalini-Energie

Mit dem Zustand der Erleuchtung geht die Erweckung der Kundalini-Energie einher und damit verbunden enorme Macht. An dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Umkehrschluss nicht zutreffend ist: mit der Erweckung – willentlich oder unwillentlich – der Kundalini-Energie geht nicht zwangsläufig Erleuchtung einher.

Zwei Arten, die Kundalini-Energie zu erwecken:

  1. Der plangemäße und zweckerfüllende Weg ist die Erweckung durch göttliche (höhere) Energie (Licht mit Bewusstsein). Das erfordert Entwicklung, Entwicklung impliziert Prozess und Prozess impliziert Zeit. Während der Zeit der Entwicklung werden die sogenannten niederen Körper gereinigt, damit die göttliche Energie ungehindert den Körper durchströmen und die Kundalini erwecken kann, welche dann – in gereinigten Körpern – ungehindert nach oben aufsteigen kann und dabei das Bewusstsein auf allen Körperebenen entzündet, gerade so wie Strom, der einen offenen Schalter passiert, alle angeschlossenen Leuchten entzündet. Als niedere Körper werden der physische Körper, die Summe der Emotionen sowie die Gesamtheit der Denkvorgänge bezeichnet. Als Reinigung der niederen Körper bezeichnet man die Überwindung – nicht die Unterdrückung, sondern das Darüberhinauswachsen – der körperlichen Begierden und Gelüste, der unkontrollierten und dominanten Emotionen sowie des exzessiven, theoretischen Denkens. Solange der physische Körper mit seinen Bedürfnissen, die Emotionen mit ihren Launen und das Denken mit seinem nicht enden wollenden Strom an Gedanken das Sein dominieren, sind die niederen Körper nicht rein genug. Die Seele kann die Herrschaft über das Sein nicht übernehmen, weil die niederen Körper durch den inneren Lärm den bestimmenden Ton angeben. Sobald die niederen Körper ausreichend gereinigt sind, hat die Seele freie Bahn, um zu wirken und die Herrschaft über das Sein zu übernehmen. Dann können große Mengen göttlicher Energie einströmen, die Kundalini erwecken, diese kann aufsteigen, das Bewusstsein auf allen Ebenen erhellen und erweitern und die Person erfährt Einssein, Erleuchtung im wahrsten Sinne des Wortes.
  2. Der andere Weg die Kundalini zu erwecken, ist meistens ein unbewusstes Ereignis und manchmal auch willentlich herbeigeführt. Durch verschiedene Praktiken, mit denen die Energie im Körper gelenkt werden kann, oder auch durch äußere, physische Einflüsse kann die Kundalini spontan erweckt werden und durch die nicht gereinigten Körper aufsteigen. Das führt dazu, dass die Verunreinigungen (körperliche Begierden, unkontrollierte Emotionen und exzessives Denken) massiv verstärkt werden, der Mensch kann zu einem „Ungeheuer“ werden, weil er durch die Kundalini enorme Kraft zur Verfügung hat, diese wird jedoch durch die massiv verstärkten negativen Energiequalitäten nicht als Einssein und Bewusstseinserweiterung wahrgenommen, sondern zeigt sich in einer Verstärkung negativer Qualitäten, bis hin zum sogenannten Kundalini-Syndrom, bei dem es zu verschiedenen unangenehmen Beschwerden kommen kann.

Jana Thann